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Im Tal der Mühlen

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Alte Dampfschneidemühle “Spalteholz” in Laubegast

An der Grenze von Laubegast zu Kleinzschachwitz lag einst die Ziegelei von Heidenreich. Nachdem die Ziegelei an Triest aus Halle verkauft wurde, ließ dieser die Ziegelei abreißen. Um 1867 auf dem Grundstück eine Dampfschneidemühle zu errichten. Seine Erben verkauften dann 1875 die Firma an den Pirnaer Kaufmann August Oswald Spalteholz.

Es ist davon auszugehen, das es zu keiner Zeit eine Sägemühle mit Wasserantrieb in Laubegast gab. Aber im allgemeinen Sprachgebrauch war der Begriff “Mühle” für eine Vielzahl von verarbeitenden Maschinen gebräuchlich. Und so hat sich die Bezeichnung „Alte Mühle“ bis in unsere heutige Zeit erhalten.

Briefkopf Spalteholz 1905

Die gesamte Technische Anlage projektierte und baute Friedrich G. Hahn von der König-Friedrich-August-Hütte bei Dresden. Bis in das Jahr 1892 ist die erste Dampfmaschine mit Faccot-Steuerung und eineLaubegast Spalteholzr Leistung von 20PS im Einsatz. Danach wird durch die Görlitzer Maschinenbauanstalt und Eisengießerei eine Tandem-Verbund-Maschine mit zwangläufiger Ventilsteuerung aufgestellt. Die Maschine mit der Fabriknummer 991 entwickelte bei 80 U/min eine Leistung von 100PS. Die Firma Spalteholz kommt in wirtschaftliche Schwierigkeiten und so wird 1896 das Sägewerksgelände an die Sächsisch-Böhmische Dampfschiffahrts-Gesellschaft (SBDG) verkauft. Diese übernimmt die Liegenschaften samt Dampfmaschine und nutzt alles selbst weiter. Bevor der Umzug stattfand, war der Schiffsbauplatz in Blasewitz angesiedelt. Doch durch den Bau der Elbbrücke „Blaues Wunders“ und Beschwerden aus der Bevölkerung zur Lärmbelästigung musste die Blasewitzer Werft (gegründet 1855) aufgegeben werden. Bis 1996 standen die Gebäude der ehemaligen Sägemühle, wobei 1922 eine Leistungsstärkere Dampfmaschine (400PS) eingebaut wurde. Seit April 2013 ist die Laubegaster Schiffswerft nach Insolvenz geschlossen. Aber bereits im Sommer 2013 fand sich ein neuer Eigentümer. Er ließ die Werkstattgebäude herrichten und vermietet die Werft an die Sächsische Dampfschiffahrt.

Neuanfang auf KleinzschachwitzSpalteholz Dampfmaschineer Flur

An der Flurgrenze Kleinzschachwitz zu Laubegast richtet die Gemeinde Kleinzschachwitz ein kleines Fabrikviertel ein. Daher legte die Firma Spalteholz 1894 der Gemeinde Kleinzschachwitz ein Antrag vor. Diese bittet um Genehmigung hier ein neues Dampfsägewerk zu erlauben. 1895 erhält die Firma die Genehmigung. Daraufhin wird eine Lager- und Maschinenhalle mit zwei Sägegatter errichtet. Antriebsquelle ist eine 2 Zylinder Verbunddampfmaschine. Diese Maschine der Görlitzer Maschinenbauanstalt Spalteholz 1905mit der Fabriknummer 1335/36 erreicht bei 90 U/min eine Leistung von 150PS.

 

Im Zusammenhang mit dem Bau der Dresdner Vorortbahn Laubegast – Leuben – Niedersedlitz hatte die Firma Kummer aus Niedersedlitz 1899 ein E-Werk geplant. Bei dem Verhandlungen um den Strompreis mit der Gemeinde Laubegast, stellte die Firma Kummer jedoch zu hohe Forderungen. Dadurch kam der Sägewerkbesitzer Oswald Spalteholz mit einem weitaus billigeren Angebot zum Zug. Seine Dampfmaschine (150PS) gekoppelt mit einen großer Generator diente zur Stromerzeugung. Der erzeugte Strom war ausreichend für sein Sägewerk und zwei weitere Laubegaster Firmen.

Neun Jahre später, im April 1906 muss das einst florierende Unternehmen Konkurs anmelden. Ein Max Fischer kauft die  Konkursmasse auf und führt das Sägewerk unter “Kistenfabrik und Sägewerk, Max Fischer Laubegast - Früher Spaltholz`sches Sägewerk” weiter. 1912 wird das Sägewerk mit einen weiteren Vollgatter der Firma Gebr. Lein aus Pirna erweitert

Mitzscherling & Co bis AnBriefkopf Mitzscherlingfang der 1960iger Jahren

Die Firma Mitzscherling erwirbt nach 1913 das gesamte Gelände mit dazugehörigem Landeplatz für die Flößerei an der Elbe. Die Dampfmaschine von 1897 ist weiterhin im Einsatz. Mit der vollständigen  Elektrifizierung des Werkes wird jedoch die Dampfmaschine stillgelegt. Was bleibt ist die Transmission zum Antrieb der Maschinen..

Im Jahr 1942 kommt es zu einem schwerwiegenden Brand in der Maschinenhalle mit ihren zwei Sägegattern. Nachdem die Schäden beseitigt wurden, geht der Betrieb noch bis Anfang der 1960iger Jahren unter Leitung von Rolf Liehr weiter. Dann wird das Sägewerk Mitzscherling & Co. geschlossen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Dampfsägewerkes stehen heute exklusive Eigenheime.

Quellenangabe:                                   Wasserrad Trans Ziffern 16 bis 21

Informationen zu Dampfmaschinen : Wasserrad Trans albert-gieseler.de

Mühlenplan für den Lockwitzbach:     Wasserrad Trans Google Maps

 

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Letzte Aktualisierung: 08.06.2017 I Impressum