Willkommen im Lockwitztal

Im Tal der Wassermühlen

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Letzte Aktualisierung: 17.11.2025
Der Name der Grims-Mühle ist etwas verwirrend. Sie wird als Obere Mühle aber auch als Niedermühle bezeichnet. Niedermühle daher, da es im Oberdorf, etwas abgelegen neben der Schule bzw. Schmiede ebenfalls eine kleine Mühle gab. Diese Mühle mit einem Mahl- Schrottgang war eigens für die Tierfutterherstellung angelegt. Und Bestandteil eines großen Vierseiten Bauern Hofes. Sie besaß einen Teich um Wasser vorzuhalten der vom kleinen Fuchsbüchel von der Quohrener Kipse her gespeist wurde. Die Nieder Mühle befindet sich jedoch wenige Schritte noch vor dem Ortseingang von Quohren auf Mittelkreischaer Flur.
Die Grims Mühle oder auch Heinzmühle genannt, wurde um 1590 erstmals erwähnt. Sie befindet sich von Kreischa aus kommend am Ortseingang von Quohren. Im Oberdorf, neben der Schmiede stand ein Wehr von diesen zweigte der Mühlgraben ab. Am Hang entlang verläuft dieser zur Mühle und mündete in zwei Spannteichen als Pufferspeicher. Vom Teich fließt das Wasser über eine Zulaufrinne am Haus entlang und traf auf ein ca. 4m großes oberschlächtiges Wasserrad um seine Kraft zu entfalten. Beim Wasserrad war nur die obere Hälfte zu sehen, der Rest befand sich in einer unter der Erde liegender Radkammer. Jahrhunderte arbeitete die Mühle mit einem Mahlgang . Um 1855 steht das Mühlengrundstück mit Brotbäckerei mit genügend Wasserkraft und Obstgarten zum Verkauf. Später, 1867 wird die Mühle erneut zum Verkauf angeboten, da besaß sie zwei Mahlgänge. Jedoch reichte das Einkommen der Mühle nicht und so wurde zusätzlich Landwirtschaft bzw. Obstanbau betrieben. Wann der Mahlbetrieb mit Bäckerei eingestellt wurde ist nicht bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass um 1900, mit aufkommen der industriellen Mühlen, der Betrieb eingestellt und die Müllereimaschinen ausgebaut werden. Anstelle dieser werden nun Holzbearbeitungsmaschinen für eine Stuhlfabrik aufgestellt. Das Wasserrad dient weiterhin als Antriebsquelle. Mit dem Bau der Quohrener Straße 1913 wird jedoch der Mühlgraben unterhalb der Mühle zum Bach verfüllt. Später, 1945 ging die Stuhlbaufirma insolvent. Heute sind noch Reste des oberen Mühlgrabens schwach erkennbar, die Radkammer ist jedoch gut erhalten. Die ehemalige Getreidemühle und spätere Stellmacherei ist heute ein Wohnhaus.
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Grims-Mühle

Grims-Mühle in Quohren bei Kreischa 1590 bis um 1900

Quelle: SLUB Ausschnitt Messtischblatt 82e Kreischa von 1935