Letzte Aktualisierung: 17.11.2025
Niederfrauendorf, drei Mühlen
1.
Niedere Mühle, 1641 bis 1892
Zur
Niedermühle
führte
einst
der
Mühlgraben
von
der
Mittelmühle
Niederfrauendorf
heran.
Das
Wasser
trieb
dann
ein
oberschlächtiges
Wasserrad
an.
Die
gesamte
Mühleneinrichtung,
erst
einer,
später
zwei
Mahlgänge
befanden
sich im Wohnhaus. Gegenüber stand die Scheune und beide Gebäude waren mit den Stallungen verbunden.
Ein
besonderes
Jahr
war
1892,
Ernst
Moritz
Dietrich
kauft
die
Mühle
und
kurz
darauf
brennt
das
gesamte
Anwesen
durch
Brandstiftung
komplett
nieder.
Um
das
Feuer
zu
löschen
waren
die
Ortspritzen
von
Niederfrauendorf,
Lugau
und
Reinhardtsgrimma
gekommen.
Der
Schaden
war
jedoch
so
groß,
dass
alles
abgerissen
wurde
und
auf
ein
Wiederaufbau des Mühlanwesen verzichtet wurde.
1.1 Wasserrad zur Stromerzeugung, 1930 bis 1942
Beim
Bau
der
Talsperre
Lehnmühle
(1927
bis
1931)
im
Osterzgebirge
wurde
die
Steinbrückmühle
abgerissen.
Das
Wasserrad
war
in
einen
guten
Zustand
und
so
entschloss
sich
die
Familie
Göhlert
das
Wasserrad
ca.
2,50m
Durchmesser
und
1m
breit
nach
Niederfrauendorf
umzusetzen.
Sie
wollten
ein
kleines
Wasserkraftwerk
errichten.
Dazu
legten
sie
einen
Mühlteich
an
und
installierten
einen
24Volt
Gleichstrom-Dynamo.
Der
somit
erzeugte
Strom
wurde
zur
Beleuchtung
des
gesamten
Grundstückes
verwandt.
Das
Wasserrad
verfiel
schneller
als
erwartet
und
so
wurde
bereits
1942
der
Betrieb
wieder
eingestellt.
Später
nach
1945
wurden
die
Reste
des
oberschlächtigen
Wasserrades
ausgebaut.
Der
Mühlteich
existierte
bis
2002,
das
August
Hochwasser
hatte
die
Bachführung
so
verändert,
das
heute
der
Teich
vom
Wasserzulauf
der
Lockwitz
abgeschnitten
ist und trocken liegt.
2. Mittlere Mühle, 1659 bis 1951 in Betrieb, zuletzt als Richter`s Mühle bekannt
Die
mit
einem
oberschlächtigem
Wasserrad
betriebene
Mühle
wird
erstmals
1659
mit
einem
Mahlgang
erwähnt,
liegt
aber
zu
jener
Zeit
brach.
Das
Wasser
zum
Antrieb
wird
mittels
Mühlgrabens
vom
Lockwitzbach
herangeführt
und
weiter
zur
Niedermühle
in
den
Bach
zurück.
Über
die
Jahrhunderte
wechselten
die
Besitzer
der
Mühle
mit
zweit
Mahlgängen
bis
1870
diese
an
Friedrich
August
Lange
verkauft wird.
Der
neue
Besitzer
ist
sehr
Geschäftstüchtig
und
eröffnet
in
ihr
ein
Materialwarengeschäft
mit
Waren
ausgerichtet
auf
die
Bedürfnisse
der
Landbevölkerung.
Gleichzeitig
baut
er
die
Mühle
um
und
errichtete
zusätzlich
eine
Brotbäckerei.
Das
ist
neu,
da
in
zu
dieser
Zeit
jeder
Haushalt
selbst
sein
Brot
gebacken
hat.
Zusätzlich
werden
Arbeitskräfte
gesucht
um
die
Mühle
mit
Bäckerei
zu
betreiben.
Im
April
1887,
die
Mühle
mit
zwei
Mahlgängen
und
Brotbäckerei
steht
zum
Verkauf.
Neuer
Eigentümer
wird
Moritz
Hermann
Dietrich.
Dessen
Familie zusätzlich 1892 die Niedermühle in Niederfrauendorf übernimmt. Diese jedoch im gleichen Jahr abbrennt.
In
Folge
der
aufkommenden
Großmühlen
wird
es
immer
schwieriger
wirtschaftlich
zu
arbeiten,
sodass
der
Mahlbetrieb
eingestellt
und
die
Bäckerei
geschlossen
wurde.
Um
etwa
1909
wird
dann
die
Getreidemühle
zu
Gunsten
einer
Schrottmühle
für
Tierfutter
umgebaut.
1936 erwirbt Max Ernst Richter die Mühle und hält den Schrottgang bis 1951 am laufen. Heute ist die ehemalige Mühle ein Wohnhaus
Der abgebildeten Plan ist eine Auszug aus einem Meßtischblatt “Dippoldiswalde Blatt 5148 von 1934”
3.1 Feinmechanischen Werkstatt im Oberdorf, Wasserrad zur Stromerzeugung von 1928 bis 1949
Die
feinmechanische
Werkstatt
der
Familie
Friebel
lag
hinter
dem
Cafe
Waldhaus.
Zusätzlich
zum
Cafe
betrieben
die
Friebels
eine
kleine
Tankstelle
gleich
neben
der
Schmiede.
Beim
Hochwasser
1934
wurde
die
Schmiede
und
die
daneben
liegende
Tankstelle
verwüstet.
Nach den Aufräumungsarbeiten wird die Tankstelle demontiert und nicht wieder eröffnet.
Das
Cafe
Waldhaus
mit
Tankstelle
und
Schmiede
ist
mit
einer
Brücke
über
den
Lockwitzbach
erreichbar.
Zwischen
Cafe
und
dahinter
liegender
Werkstatt
fließt
das
Rote
Wasser
hindurch.
Der
Mühlgraben
führt
das
Wasser
vom
Stauwehr
des
Roten
Wassers
hinter
der
Werkstatt
zum
oberschlächtigen
Wasserrad.
Hier
war
ein
Dynamo
angeschlossen
um
Ökostrom
für
die
Maschinen und Werkstatt zu erzeugen.
Im
Jahr
1950
wird
die
feinmechanische
Werkstatt
geschlossen,
das
Wasserrad
demontiert
und
das
Gebäude
zum
Wohnhaus
umgebaut.
Bis
in
den
August
Hochwasser
2002
existierte
noch
der
Mühlgraben,
danach
wurde er verfüllt.
3. Obere Mühle, 1607 bis 1945
Für
die
Obere
Mühle
in
Niederfrauendorf
liegen
nur
wenige
Informationen
vor.
Die
Geschichte
beginnt
1607,
da
kauft
Christoph
Gottschalch
die
Mühle
mit
einem
Mahlgang.
Von
einem
zweiten
Mahlgang
wird
1715
berichtet,
aber
beide
sind
nicht
Gangbar.
So
zieht
es
sich
über
die
nächsten
100
Jahre
hin.
Mal
ist
die
Mühle
mit
einen
Gang
mal
mit
zwei
Gängen
im
Betrieb
oder
steht
still.
Das
Wasser
für den Mahlbetrieb kommt vom Roten Wasser, eine Zufluss des Lockwitzbaches.
Zusätzlich
zur
Mühle
besitzt
diese
seit
1871
ein
Herbergsrecht.
Im
gleichen
Jahr
wollte
der
Begüterte
Johann
Gotthelf
Hahmann,
das
Mühlengrundstück
Nr.10
verkaufen.
Aber
im
November
1871
zieht
er
das
Angebot
zurück.
In
den
weiteren
Jahren
wechseln
die
Besitzer
der Mühle bis diese 1945 endgültig geschlossen wird und zum Wohngebäude umgebaut wird.
Quelle: © SLUB / Weitzeritz Zeitung 05.11.1870
Quelle: © SLUB / Weitzeritz Zeitung 13.03.1909