Willkommen im Lockwitztal

Im Tal der Wassermühlen

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Letzte Aktualisierung: 17.03.2024
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Dampfmühle Blischke in Lockwitz von 1620 bis 1951

Die Obermühle in Lockwitz ist wahrscheinlich die älteste Wassermühle im Ort. Sie war schon 1620 mit drei steinernen Mahlgängen recht gut ausgerüstet. 75 Jahre später erfolgte ein kompletter Umbau der Mühle. Bei dieser Gelegenheit wird gleich mit der vordere Mühlgraben hinter die Mühle verlegt. Bei einer Erweiterung 1764 erhält die Mühle zusätzlich eine Hirsestampfe.
Briefkopf Blischke Mühle 1932
Es wird berichtet, dass die baufällige Mühle 1860 verkauft und abgerissen wird. Gleich im Anschluss daran entsteht sie viel größer und schöner als je zuvor. Die Mühlengebäude hat die Niedersedlitzer Baufirma Selbmann errichtet. Bei dieser Gelegenheit ist auch der kleinen Park entstanden. Im Jahr 1903 kaufte Herr Paul Blischke die renovierte Mühle mit 6 Mahlgängen. Bereits zu diesen Zeitpunkt arbeitet sie mit Dampfmaschinen Am 1. Osterfeiertag 1927 zerstörte ein Feuer infolge von Selbstentzündung eines Elevatorkopfes die Silos. Nach Aufräumungsarbeiten und Instandsetzung nahm die Dampfmühle am 1. Oktober 1927 wieder ihr Produktion auf. Das Getreide Roggen und Weizen wird seitdem getrennt gelagert und auf 12 Walzenstühlen gemahlen. So arbeitet die Dampfmühle bis 1951, danach wird die Produktion eingestellt.
Blischke Mühle um 1910
Die Mühleinrichtung wird danach ausgebaut und alle oberen Räume werden den VEB Polstermöbel Variant Rabenau als Lager zur Verfügung gestellt. Im Erdgeschoss unterhält die VEAB eine Ankaufstelle und Lager für für Landwirtschaftliche Erzeugnisse. Hier hatten alle Kleinerzeuger der Umgebung die Möglichkeit ihr Obst, Gemüse und andere Produkte für den Bevölkerungsbedarf abzuliefern. Später bekamen die Lockwitzer Sportler Umkleideräume im Erdgeschoss des Nebengebäudes. Die oberen zwei Stockwerke wurden als Matratzenlager genutzt. Das Hauptgebäude stand bis auf die Nutzung im Erdgeschoss leer. Im Sommer 198? brannte dieses dreigeschossige Nebengebäude jedoch bis auf die Grundmauern ab.

Abriss der alten Mühle

1995 sollte der Rest der ehemalige Dampfmühle Blischke unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutzes zu Wohnungen umgebaut und erweitert werden. Dies ließ sich jedoch nicht realisieren, weil die Geschosshöhen zu unterschiedlich hoch waren. Es blieb nur noch der komplette Abrisse der Gebäude. Zu diesem Zeitpunkt waren noch Einzelheiten von der Mühle erkennbar, z.B. Transmision und Deckendurchbrüche für die Elevator und auch die Francis- Wasserturbine im Keller war noch vorhanden. Heute stehen auf dem Gelände der ehemaligen Obermühle in Lockwitz Wohnhäuser. Nur der Strassenname “An der Obermühle” erinnert an diesen großen Mühlenstandort.
Verpackung Mehl Paul Blischke Anzeige Paul Blischke Lockwitz
1996
1995