Willkommen im Lockwitztal

Im Tal der Wassermühlen

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Letzte Aktualisierung: 22.01.2026
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Hirschbachmühle im Lockwitztal 1569-1910

Anfang des 16. Jahrhunderts kaufte Kurfürst August von Sachsen das Rittergut Hirschbach samt Dorf, Mühle und dem dazugehörigen Forst für 16.000 Meißner Gulden vom Besitzer des Hirschbacher Vorwerkes Heinrich von Lipßdorf. Das Interesse war aber nicht sonderlich groß und so verkaufte er 1569 das gesamte Mühlanwesen an Franz Liennicke für 600 Meißner Gulden. Die Mahlmühle mit zwei steinernen Gängen wurde fortan erbliches Eigentum, d. h. eine Erbmühle. Im 30-jährige Krieg zogen plündernd Soldaten durch das Land. Dabei blieb auch die abgelegene Mühle und ihre Bewohner nicht verschont. Am schlimmsten war es 1632 als „ Holcks Scharen “ den Ort anzündeten. Um 1640 erwerben Matthes Günther und Christoph Martin die herunter gekommene Hirschbachmühle. Die Einnahmen der Mühle waren gering und man entschließt sich 11 Jahre später die Mahlmühle mit einem Sägegatter (Brettmühle) zu erweitert. Aber auch diese Erweiterung brachte nicht den erhofften Erfolg.
Hirschbachmühle
Restaurant Hirschbachmühle Mit dem Ausfall der Mühle beginnt eine neue Ära in der Geschichte. Die Gaststätte mit Beherbergung rückt in den Vordergrund. Besonders mit den aufkommenden Fremdenverkehr, der nicht zuletzt durch die Eröffnung der Lockwitztalbahn bis Kreischa (1906) und die neue Wilischbaude (1909) steigerten sich die Besucherzahlen. Um mehr Gäste anzulocken, werden weiterhin verschieden Veranstaltungen angeboten. Die Gaststätte wird so bis 1972 als Familienbetrieb weitergeführt. In diesem Jahr kauft die LPG Sayda, bei der Lutherstadt Wittenberg gelegen, die ehemalige Mühle und führt das Objekt als Ferienheim weiter. Nach 1994 gibt es einen Besitzerwechsel und die Hirschbachmühle wird 1996 als Waldgasthaus „Hirschbachmühle“ neu eröffnet. Es folgen ein paar erfolgreiche Jahre mit vielen, auch prominenten Gästen. Leider verstarb 2020 die Besitzerin und kurze Zeit lief der Geschäftsbetrieb mit einem neuen Pächter weiter. Die Corona-Pandemie (2020) jedoch zwang die Gaststätte zu schließen. Später verkauften die Erben die Hirschbachmühle und der Pächter verließ darauf hin die Mühle. Seitdem ist die ehemalige Hirschbachmühle im Lockwitztal geschlossen.
Brände und Neuausrichtung Im Jahr 1877 übernahm die Familie Händel die Hirschbachmühle. Als erstes Unglück, es brannte im April 1881 die Mühle nieder. Beim Wiederaufbau war es mit Sicherheit ein Wunsch, den Mühlenbetrieb mit einer Herberge und einer Schankwirtschaft zu erweitern. Die Mühle bietet sich dafür direkt an, da im romantisch im Lockwitztal gelegen. Seit dieser Zeit ist sie für viele Wanderer einen Ausflug wert. So erfahren wir von Clara und Robert Schumann im Jahr 1849, bei einem Aufenthalt in Kreischa, dass sie „eine hübsche Partie nach der Hirschbachmühle” unternommen haben. Als Brettmühle ist sie auch im Jahr 1886 noch im Betrieb. Es gibt eine Anzeige, woraus hervor geht, dass einige Fuhren Sägespäne abzugeben sind. Um die Schankwirtschaft weiter anzukurbeln werden um 1890 Musikveranstaltungen angeboten. Dazu folgen an Wochenende gezielte Einladungen zum Bratwurst-Schmaus. Als Restaurant Hirschbachmühle, die nur 5 Minuten von der Teufelsmühle entfernt ist, wird weiter um Gäste geworben. Leider ereignetet sich im Sommer 1910 eine weitere Katastrophe , die Mühle brannte komplett ab. Das Feuer war so groß, dass in kurzer Zeit sämtliche Gebäude bis auf die Umfassungsmauern niederbrannten. Schnell erfolgte der Wiederaufbau und im gleichen Jahr erfolgte noch die Bekanntmachung , die Mühle ist wieder einsatzbereit. Sicher ist, die Mühle war nicht mehr lange im Betrieb. Denn seit der Jahrhundertwende stellte sich infolge der aufkommenden Großmühlen ein Mühlensterben ein. Weitere Rückschläge für das Mühlengrundstück waren die vom Lockwitzbach ausgehenden Hochwasser 1927, 1957 und 2002, wo das Lockwitztal verwüstet wurde.
 Hirschbachmühle 2025 Hirschbachmühle 2011
Aufnahme 2011
Aufnahme 2025
Restaurant Hirschbachmühle